Motivation

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Mo|ti|va|ti|on 〈[ -va-] f. 20
2. 〈Psych.〉 Gesamtheit der Motive, die nicht unmittelbar aus äußeren Reizen abgeleitet sind

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Mo|ti|va|ti|on, die; -, -en:
1. (Psychol., Päd.) Gesamtheit der Beweggründe, Einflüsse, die eine Entscheidung, Handlung o. Ä. beeinflussen, zu einer Handlungsweise anregen:
politische M.;
ihre M. (ihr Antrieb, ihre Bereitschaft) zur Umschulung ist eher gering.
2. (Sprachwiss.) das Motiviertsein.

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Motivation
 
die, -/-en,
 
 1) Psychologie: hypothetische Bezeichnung, um die Gesamtheit der in einer Handlung wirksamen Motive zu erklären, die das individuelle Verhalten aktivieren, richten und regulieren.
 
Die Motivationspsychologie oder Motivationsforschung beschäftigt sich in der Motivationsanalyse mit der Definition und Messung, den Wirkungen und Bedingungen von Motiven (z. B. Machtmotiv, Altruismus, Sexualität, Leistungsmotiv) sowie bei der Annahme mehrerer zugleich wirksamer Motive (u. a. Motivationskonflikten) mit deren Wirksamkeit im Handlungsablauf zur Erklärung individuellen Verhaltens (z. B. Verhältnis zwischen extrinsischer Motivation, d. h. äußeren Motivationsfaktoren wie Belohnung, und intrinsischer Motivation, d. h. inneren Motivationsfaktoren wie Befriedigung durch Leistung). Zu den Forschungsthemen gehören auch individuelle Motivation in ihrer Abhängigkeit von den Normen und Wertvorstellungen einer Kultur oder sozialen Gruppe, der Aufbau der Motivation im Sozialisierungsprozess des Kindes, die Kaufmotivation (Erforschung der affektiven Komponenten des Konsumentenverhaltens beim Kauf bestimmter Güter oder Marken), die Wählermotivation bei politischen Entscheidungen.
 
Zur Erklärung der Motivation sind unterschiedliche Theorien entwickelt worden. Im Tiervergleich wird die Motivation im Rahmen des Ausgleichs biologischer Defizite und der sich selbst regulierenden Homöostase erklärt. Das Konzept der Überfluss- oder Abundanzmotivation führt als Ursachen der Motivation das menschliche Bedürfnis nach Spannungserhöhung (u. a. Anregung, positive Erfahrungen, Suche nach Veränderung) an. Deterministische Theorien erklären Motivation aus biologischen Bedingungen (Anpassungsfunktion) oder durch erkennbare und prognostizierbare (biologische oder soziale) Faktoren verursacht. Faktoren, die auf die Motivation des Individuums einwirken können, sind soziale Reize (z. B. Lob) und Frustration, wobei auch darauf hingewiesen wird, dass bestimmte Gegebenheiten individuell in unterschiedlicher Weise interpretiert werden und entsprechend motivierend (oder demotivierend) wirken können.
 
Die Motivationstheorie fasst heute Beiträge der Neurophysiologie und der physiologischen Psychologie, der Ethologie, der Entwicklungspsychologie, der Psychoanalyse und der Sozialpsychologie zusammen. Von besonderer praktischer Bedeutung sind die Ergebnisse der Motivationsforschung im Rahmen der Pädagogik bei der Förderung der Lern- und Leistungsmotivation (z. B. Einführung neuer Lehr- und Lernmittel) wie auch für die betriebliche Menschenführung, die durch Maßnahmen der Unternehmensorganisation (Führungsstil, materielle und immaterielle Anreize) eine hohe Arbeitsmotivation anstrebt, und im Rahmen der Rechtsprechung (Berücksichtigung der angenommenen Motive des Täters).
 
 
D. C. McClelland: M. u. Kultur (a. d. Amerikan., 1967);
 M., in: Hb. der Psychologie, Tl. 2, hg. v. H. Thomae (21970);
 P. Keiler: Wollen u. Wert. Versuch der systemat. Grundlegung einer psycholog. M.-Lehre (1970);
 B. Weiner: Theorien der M. (a. d. Engl., 1976);
 B. Weiner: M.-Psychologie (a. d. Engl., 21988);
 C. F. Graumann: M. (51977);
 W. Toman: Tiefenpsychologie. Zur M. des Menschen (1978);
 G. Süssenbacher: M. im Unterricht (1979);
 H. Heckhausen: M. u. Handeln (21989);
 
M., Volition u. Handlung, hg. v. J. Kuhl u. H. Heckhausen (1996).
 
 2) Verhaltensforschung: interne Bereitschaft für ein Verhalten; wurde früher auch als Instinkt, Trieb oder Drang bezeichnet. Die Motivation (z. B. Sexualverhalten) beruht auf inneren Ungleichgewichten (Sexualhormone) und löst ein spezielles Suchverhalten (Appetenzverhalten) nach Kenn- oder Schlüsselreizen (Sexualpartner) aus. Sind diese gefunden, dann erfolgt die Endhaltung (Balz und Kopulation) und somit der Abbau des Defizits beziehungsweise der Motivation. Motivationen sind staubar (»Triebstau«) und je stärker die Motivation, desto leichter kann das adäquate Verhalten ausgelöst werden.

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Mo|ti|va|ti|on, die; -, -en: 1. (Psych., Päd.) Gesamtheit der Beweggründe, Einflüsse, die eine Entscheidung, Handlung o. Ä. beeinflussen, zu einer Handlungsweise anregen: politische M.; Der Tierschutz hat eine andere M. Er ist betroffen vom Leiden der Tiere (NZZ 12. 4. 85, 25); Noch immer rätselhaft ist die M. des Mordes an der 52-jährigen Studienrätin (SZ 22. 10. 85, 13); Ihre M. (ihr Antrieb, ihre Bereitschaft), etwas zu lernen und einen Beruf zu ergreifen, ist groß (MM 5. 2. 75, 10). 2. (Sprachw.) das Motiviertsein.

Universal-Lexikon. 2012.

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